Wochenrückblick vom 30.07.2010

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Die Woche stand ganz im Schatten des Unglücks der fahrlässigen Tötung auf der Loveparade. Zum dramatischen Geschehen selbst werde ich an dieser Stelle nicht berichten – dieses ist in diesem Blog akribisch dokumentiert. Ich möchte jedoch auf zwei Videobeiträge zum Thema hinweisen: 1. Das Medienmagazin Zapp stellt in ihrer aktuellen Ausgabe die Frage: “Wenn die Katastrophe so vorhersehbar war, wie jetzt in vielen Medien beschrieben wird, warum hat dann eigentlich kaum einer vorher davon berichtet?”. 2. An der deutsch-polnischen Grenze findet übrigens am Wochenende das größte Rock-Festival Mitteleuropas statt. Warum sich das Desaster von Duisburg hier nicht wiederholen kann, erklären die Verantwortlichen in diesem Beitrag des ZDF Auslandsjournals.

Kurz notiert:

Ein weiteres Top-Thema der Woche: Die Veröffentlichung von knapp 92.000 meist geheimen Dokumenten aus dem kriegsähnlichen Zustand in Afghanistan durch Wikileaks.

Die Vereinten Nationen erklären Trinkwasser zum Menschenrecht. Hintergründe liefert die Hilfsorganisation CARE in diesem Dokument (PDF).

“Riestern für die Rüstungsindustrie – wie Geld aus Riester-Verträgen in die Finanzierung geächteter Streumunition fließt” zeigt das ARD-Magazin Monitor in diesem Beitrag.

Bei den Brights steht wieder die Wahl zum Dodo des Monats an. Nominiert sind im Juli: Hubert Hüppe, Renate Künast, Jörg-Dietrich Hoppe, Beate Merk und Eva Herman. Die Hintergründe und die Abstimmung gibt es hier.

Heute ist System Administrator Appreciation Day. Dem Admin einfach mal “Danke!” sagen empfiehlt die Redaktion von heise online.

Youtube-Tipp der Woche: Absolute Perfektion kann man in diesem Musikvideo bestaunen. Nehmt euch mal 4 Minuten Zeit und genießt das Video, das eine geniale Rube-Goldberg-Maschine bei der Arbeit zeigt.

In den vergangenen Wochen wurde viel über die pseudowissenschaftliche Methode Homöopathie diskutiert. Herr haekelschwein stellt dazu über Twitter fest: “Homöopathie ist, wenn man nicht zum Zahnarzt geht, sondern jemanden besucht, der dem Zahnarzt mal die Hand geschüttelt hat!”. Wer das genauer erklärt haben möchte, kann hier nachlesen. Nun gibt es eine an den Deutschen Bundestag gerichtete Petition, die die Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen fordert. Ich bitte um Mitzeichnung, damit der Quatsch endlich nicht mehr durch die Solidargemeinschaft finanziert werden darf.

Wochenrückblick vom 23.07.2010

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Willkommen zum Wochenrückblick.

Nachdem der WDR uns im vergangenen Jahr bereits mit einer höchst fragwürdigen “Dokumentation” über eine angeblich von der Pharmaindustrie unterdrückte Wundersalbe staunen ließ, rät er uns nun zur ganzheitlichen Zahnmedizin. “Der WDR läßt mit seiner schlechten Recherche Patienten in ein offenes Messer rennen“, stellt Kidmed fest.

Stefan Niggemeier berichtet uns, wie ein Journalist seit Jahren die Statistik über den Krankenstand in Deutschland fehlinterpretiert – und wie Nachrichtenagenturen, Zeitungen und TV den Unfug doch immer wieder verbreiten.

Der neue (und letzte) Shrek-Film läuft in den Kinos. Die Autoren haben Shrek vor die Wahl gestellt: Entweder ein ein Leben als Vater, mit Frau und Freunden oder ein Leben in einer Diktatur, ohne Frau und ohne Freunde. Warum es sich hierbei um eine falsche Alternative handelt, erklärt Andreas Müller im Evo-Magazin als Teil seiner kinderfeindlichen Reihe, wie er selbst schreibt (siehe Links am Ende des Shrek-Artikels).
Quasi ebenfalls zum Thema “Kinderfeindlichkeitzeigt uns das ZDF Auslandsjournal, welchen Stellenwert der Beruf des Lehrers in Finnland hat. Schnell anschauen, denn auch dieses Video muss leider bald wieder verschwinden, bedauert nicht nur Dennis auf seiner “silly little website“.

Die Schmunzler der Woche:  Philipp und Philipp zeigen uns, wie der typische Beitrag in einer Wissenssendung funktioniert. Lena gesteht Ihre Liebe zu Stefan Raab in dieser Parodie des Switch Reloaded Teams. Der Postillon veröffentlicht ein geheimes Schnellrücktrittsformular für CDU-Spitzenpolitiker.

Richtig Mist gebaut und Job verloren? Das muss keine Auswirkungen auf eine ruhige und üppige Alterszeit haben, zumindest wenn man in der richtigen Branche ist. Der zurückgetretene Bischof Mixa erhält eine Pension von 5.400 EUR monatlich – und zwar vom Staat, berichtet Telepolis. Das ist ein Teil der 450 Millionen Euro, die die Kirchen in Deutschland aus allgemeinen Steuergeldern (nicht etwa aus der Kirchensteuer) für Bischöfe, Pfarrer und Theologen erhalten. Doch auch diese Summe ist nur ein kleiner Tropfen: Allein im Jahre 2000 waren es in Summe über 9 Milliarden Euro an direkten und 7,5 Millarden Euro an indirekten (durch Steuerbefreiung u.ä.) Zuwendungen des Bundes und der Länder an die Kirchen: Dein Seinen gibt’s der Herr vom Staat, trägt Carsten Frerk vor.

Kornkreise, Bigfoot, Homöopathie, Astrologie und Entschlacken: Das alles und noch viel mehr Mist findet man hübsch übersichtlich aufbereitet im Periodensystem des irrationalen Unsinns. Ausgedruckt neben dem Fernseher könnte es nicht nur beim WDR-Schauen hilfreich sein.

Schönes Wochenende!

Wochenrückblick vom 16.07.2010

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Filed Under (Allgemein) by nic on 16-07-2010

Wie archiviert man Artikel aus Blogs / Web-Sites, Facebook-Nachrichten und Twitter zentral an einer Stelle? Da gibt es sicherlich ganz tolle Software für. Ich entscheide mich für einen anderen Weg: Ich tippe einfach einen Wochenrückblick als Blog-Artikel und veröffentliche ihn hier. In erster Linie für mich :) Ich weiß aber, dass eine Hand voll Leute meinen Beiträgen aufmerksam folgt – für die wird es künftig etwas komfortabler. Und wer weiß – vielleicht gewinne ich ja noch Leser hinzu? Da könnt ihr helfen: Unter den Artikeln gibt es so praktische kleine Buttons zur Weiterempfehlung.

Was kann man erwarten? Aus meiner Sicht lesenswerte Artikel der vergangenen Woche. Höchst subjektiv und sicherlich auch einseitig – zumindest was die Themen angeht (ich bezeichne sie mal kühn als aufklärerische Themen).
Was kann man nicht erwarten? News aus dem Dschungelcamp (oder was auch immer der aktuelle Schund auf RTL sein mag) oder das allerneuste Youtube-Video (ich bekomme immer erst Wochen oder Monate später davon Wind).

Nicht abgeschreckt? Dann geht’s hier los:

Ich traue meinen Augen kaum: Sowohl das heute journal wie auch die Tagesthemen berichten über ein wirbelloses Meerestier namens Paul, das angeblich WM-Ergebnisse vorhersagen kann. Passiert denn wirklich nichts Wichtiges auf der Welt? Wie tief kann ein Sommerloch sein? Dass die Leser einer Boulevardzeitung mit großen Buchstaben und bunten Bildern das interessant und spektakulär finden mag ja noch angehen. Aber von den ÖR Nachrichtensendungen hätte ich das nicht erwartet. Was soll denn bitte daran außergewöhnlich sein, dass irgendein Tier aus irgendeinem Zoo der Welt die Ergebnisse richtig “vorhersagt”? Oder hätten wir von Paul erfahren, wenn er nicht schon zufällig Ergebnisse richtig getippt hätte? Wie viele Tiere braucht man um eines zu erwischen, das durchgängig richtig liegt? Als ich von Paul erfahren habe, lagen noch drei Spiele vor uns. Die Wahrscheinlichkeit, per bloßem  Zufall den Sieger korrekt zu tippen, liegt bei 12,5%. Die Chance hätte ich gerne mal beim Lottospiel. Zu dieser Thematik empfehle ich das Buch Denkste! – Trugschlüsse aus der Welt der Zahlen und des Zufalls von Walter Krämer. Übrigens hat die GWUP Paul zum Psi-Test eingeladen – ein Sieg dort wäre wirklich eine Meldung in den Hauptnachrichten wert!

Was würden unsere Vorfahren über Impfungen denken? Damit beschäftigt sich dieses Video. Eine nette Antwort an all die Impfgegner da draußen.

Nachdem diese Paul-Sache irgendwie zwischen uns stand und dann auch noch vermeldet wurde, dass Steffen Seibert zur dunklen Seite der Macht überwechselt, stimmt mich das ZDF wieder etwas versöhnlich durch die Ausstrahlung dieser beiden guten Beiträge: Die vergessene Öl-Katastrophe in Nigeria und Der große Bluff – die falschen Versprechen der Atompolitik – Ansehtipp!

Die Öffentlichkeit streitet über ein mögliches Verbot der Kostenübernahme von Homöopathie durch die Krankenkassen. Immer wieder wird von den Befürwortern angeführt, dass die Wirkung der Homöopathie nicht wissenschaftlich erklärbar wäre (ja wie denn dann?). Aber es ist doch keineswegs so, dass die Wirkung von Homöopathie nicht erklärbar wäre. Die Sache ist doch längst geklärt: Homöopathie wirkt durch den Placeboeffekt. Sie wirkt nicht besser als jedes andere Placebo sondern genau so, wie es durch ein Placebo zu erwarten wäre. Ein Problem bei der Diskussion in der Öffentlichkeit: Homöopathie ist nicht gleich Naturheilkunde! Ich hoffe, dass das erschreckende Umfrageergebnis auf tagesschau.de nur auf diesem Missverständnis beruht. Warum die Heilung mit Globuli gefährlich ist, erklärt Edzard Ernst, der weltweit erste Professor für Komplementärmedizin, in diesem lesenswerten Interview.

Und dann noch das… Aus Großbritannien schwappt die Sommer-Senstationsmeldung auch nach Deutschland: Das Henne-Ei-Problem soll angeblich endlich gelöst sein: Die Henne war angeblich vor dem Ei da. Aha, soso. Wie definiert man eigentlich Henne? Definiere ich eine Henne danach, dass es sich um das Lebewesen handelt, das aus einem Hühnerei schlüpft, was bleibt dann noch von dieser Sensationsmeldung? Nicht viel, meint auch Lucas Brouwers, der in seinem Blog-Post auf unzureichende Arbeit der Presse hinweist.

Schönes Wochenende!

1GOAL – Bildung für alle

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Filed Under (Allgemein) by nic on 07-06-2010

Internet per Handkurbel

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Filed Under (Allgemein) by nic on 03-06-2010

So ein Mist: Mein Unitymedia Kabelanschluss ist (mal wieder) gestört. Jetzt bin ich über ISDN-Kanalbündelung mit 128kbps online (dank Anbieter-Redundanz: Ich leiste mir einen separaten Vodafone-ISDN-Anschluss).

Hat das kürzlich mal jemand gemacht, also ohne DSL ins Internet zu gehen? Es ist fast nicht mehr möglich, eine Zumutung aber auf jeden Fall.  Mein erstes Modem hatte knapp 14,4kbps – irgendwie kam mir das damals ungeheuer fix vor. Aber da waren die Internet-Seiten ja auch noch nicht Flash-animiert. Es ist ja heute auch keine Seltenheit, wenn irgendeine Homepage so 2-3 MB hat.
Ich entwickle gerade wirklich Mitleid mit der Landbevölkerung, die teilweise dauerhaft mit 384kbps, 768kbps oder gar ganz ohne DSL auskommen muss.

So, die Störungsmeldung bei Unitymedia ist abgesetzt. Bin mal gespannt, wann die jemand liest. Das letzte Mal meldete sich ein Mitarbeiter 3 oder 4 Tage nach der Störung bei mir.  Eine Alternative wäre es, die Hotline anzurufen. Doch die 0800er-Hotline von Unitymedia erreicht man nur über deren NGN-Anschluss, der ja… richtig: Gestört ist! Und für die 01805derkundezahltfürswartemelodiehören-Hotline bin ich zu geizig.

[Update]

Ich nehme einen Teil meiner Nörgelei zurück. Ich habe von Unitymedia in hinnehmbarer Zeit (nach 5 Stunden) eine Rückmeldung auf meine Störungsmeldung erhalten: “In Ihrem Bereich liegt eine Beeinträchtigung unseres Service vor. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Ich weiß zwar nicht, welche Kristallkugel Unitymedia verraten hat, dass ich Verständnis dafür habe (die scheinen sie sich von der Autobahnmeisterei geliehen zu haben, denn auf Autobahnen lese ich das auch immer wieder), aber tatsächlich: Kann ja hin und wieder mal passieren. Jetzt geht es darum, den Schaden schnell zu beheben. Nett wäre außerdem, wenn die Grundgebühr anteilsmäßig um die Ausfallzahl reduziert würde. Ich lasse mich mal überraschen. Und wenn ich Fragen habe, dann kann ich mich ja an die 01805-Nummer wenden, schreiben sie noch. Na dann!

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[Update2]

Wow, es funktioniert wieder – 7 Stunden nach der Meldung, mutmaßlich (lt. Modem-Log) 13 Stunden nach dem Ausfall. Wenn das so bleibt, dann war das (diesmal) wirklich eine zufrieden stellende Reaktion.

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